Andreas Kolb: Der gute Mensch von Düsteroda

16 März 2015 · Allgemein,Taschenbuch · 0 Kommentare

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Andreas Kolb ist ein Pseudonym und wie man am Anfang des Buches lesen kann, ist er selbst Pfarrer im Thüringer Wald. Und wenn man dann diesen Krimi liest, kann man nur über die Fantasie (hoffentlich!) und den Humor des Autors staunen!

Also bisher ist mir noch kein Krimi untergekommen, wo ein Diener Gottes zum Killer wird und auch die Gemeinde Düsteroda selbst hat eine sehr ungewöhnliche Auffassung von Recht und Gesetz und eine ganz besondere Art von Kontrollorgan, dem nichts entgeht,  ist der sogenannte „Ausschuss“….

Wie oben schon erwähnt, ist der Buchtitel: „Der gute Mensch von Düsteroda “ eher in Richtung schwarzer Humor anzusiedeln und die Handlung beginnt damit,  dass man kurz die Vergehen eines Günther Blech beschrieben bekommt und dann überlegt Samuel Pistorius, der Pfarrer des Ortes, viele Schüsse er auf Günther abgeben könne, ohne dass jemand darauf aufmerksam wird,  denn da gibt es selbst bei Jägern ganz bestimmte Vorgaben um nicht aufzufallen…..

Doch Schießen und Treffen sind zwei unterschiedliche Dinge und tatsächlich gelingt es Günther Blech nach dem ersten Treffer zu fliehen und dabei vergisst  er allerdings, dass sich hinter dem Waldstück, in dem er sich gerade befindet, eine befahrene Straße verläuft und dann hört man nur noch Bremsgeräusche und einen dumpfen Aufschlag……..

Auch ist der Seelsorger von Düsteroda kein keusch lebender Mann, sondern man findet ihn dann und wann im „Roten Herz“ und ganz besonders Jaqueline hat er in sein Herz geschlossen…..

Wie gesagt, dieser Pfarrer hat es faustdick hinter den Ohren und auch sein beruflicher Werdegang wird hier erzählt und man erfährt wie es überhaupt dazu kam, dass er im beschaulichen Düsteroda vor zehn Jahren seinen Dienst antrat….

Doch die Polizei ist nicht untätig, denn das Ergebnis der Gerichtsmedizin in Sachen Todesfall Günther Blech hat da doch einige Fragen aufgeworfen und bald taucht in Düsteroda ein Kommissar auf, der sich dann mangels freier Hotelbetten gleich mal beim Herren Pfarrer im Pfarrhaus einnistet, was dem nicht sonderlich behagt…..

Wer schwarzen Humor, bissige und deftige Dialoge mag und dabei einen Pfarrer auf Abwegen begleiten möchte, der ist bei diesem Krimi genau  an der richtigen Stelle.  Ich für meinen Teil hatte etwas Schwierigkeiten bei der Handlung am Ball zu bleiben, denn der Autor erzählt teilweise so, dass man erst überlegen muss, befindet man sich in der Gegenwart oder noch in
der Vergangenheit des Pfarrers. Auch bin ich nicht so bibelfest, dass ich beurteilen kann, ob die zitierten Texte zu der Handlung passen.  Die Idee an sich, dass ein Geistlicher zum Killer wird und dies dann mit schwarzem Humor zu kombinieren, ist mal was anderes und man kann augenzwinkernd darüber lachen….

Fazit: Bissige Dialoge und schwarzer Humor führen zu einem Pfarrer, der irgendwie vom Pfad abgekommen ist