Bayrisch humorig-deftige Krimikost um einen Kommissar, seinen Hund und die Oma

3 Juni 2011 · Hörbuch,Krimikomödie · 0 Kommentare

Rita Falk - Dampfnudelblues

Rita Falks Erfolgsserie um den Kult-Regionalkommissar Franz Eberhofer hat mit „Dampfnudelblues“ in diesem Frühjahr bereits ein zweites Mal die SPIEGEL Bestsellerliste im Buch- sowie im Hörbuchbereich erklommen. Ihr erster Kassenschlager “Winterkartoffelknödel“ kam im Herbst 2010 auf den Markt und überzeugte Publikum wie auch Kritiker sofort. Die in Landshut lebende Schriftstellerin ist mit einem Polizisten verheiratet und kann so bei ihren Charakteren in lebensnaher Weise aus dem Vollen schöpfen.

Der Kriminalkommissar und Ich-Erzähler Eberhofer – beheimatet in Niederkaltenkirchen in der Nähe von Landshut – führt als Dorfpolizist ein recht ruhiges und beschauliches Leben, nachdem er vor einigen Jahren aufgrund eines damaligen unschönen Zwischenfalls aus dem Polizeidienst in München aussortiert wurde. Er lebt gemeinsam mit seiner alten, schwerhörigen, aber kulinarisch noch immer äußerst bewanderten Oma sowie seinem seit dem Tod seiner Mutter depressiven, die Beatles vergötternden Papa und seinem Hund Ludwig auf einem gemeinsamen Grundstück. Immer mal wieder schaut sein älterer Bruder Leopold – seines Zeichens Buchhändler und Weiberheld – bei der Familie vorbei, meist mit wechselnder Begleitung im Schlepptau und stets darauf bedacht, Brüderchen Franz mal wieder dumm dastehen zu lassen vor Vater und Oma. Eberhofer selbst ist zwar nicht auf den Mund gefallen, aber nicht verheiratet. Er hat jedoch eine heiße Affäre mit Susi, ihres Zeichens Angestellte in der Gemeindeverwaltung und seine erste große Liebe. Sie schaut sich jedoch aufgrund seiner meist berufsbedingten Unzuverlässigkeit auch gerne schon mal nach anderen Männern um.

In „Winterkartoffelknödel“ muss sich der Kommissar mit einem merkwürdigen Vierfach-Mord aus heiterem Himmel herum ärgern. Die Familie Neuhofer wird nach und nach ausgelöscht und Eberhofers Verdachtsmomente führen immer wieder zum unheimlichen Sonnleitner Gutshof im nahe gelegenen Wald. Dort hat sich seit Kurzen eine junge französisch-deutsche Frau mit dem klangvollen Vornamen Mercedes einquartiert, die sich als Tochter der rechtmäßigen Besitzerin vorgestellt hat. Ob und was sie mit dem Fall zu tun hat ermittelt Eberhofer mit viel Charme und noch mehr kulinarischen Köstlichkeiten von der Oma im Bauch im Laufe des Buches.

In „Dampfnudelblues“ wird der Höpfl – Rektor an der örtlichen Realschule – eines schönen Tages vollkommen zerfetzt bei den Schienen der hiesigen Zugstrecke aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass er an die Gleise gefesselt worden war und ihn ein Zug überrollt hat. Eberhofer stürzt sich in die Ermittlungen und findet schon bald heraus, dass der Schulleiter bei Schülern wie Eltern sehr unbeliebt war und außerdem ein Doppelleben geführt hat. Als Täter kommt schon bald der halbe Ort in Frage. Der Kommissar holt sich schließlich Hilfe bei der Spurensicherung und gemeinsam machen er und sein Kollege ein paar ganz überraschende Entdeckungen. Als Buch lesen sich bereits beide im Deutschen Taschenbuch-Verlag erschienenen Krimis ganz hervorragend. Noch authentischer sind jedoch die Hörbücher gelungen, die für den Audio Verlag von Komiker und „Bully-Parade“-Ensemble Mitglied Christian Tramitz eingelesen wurden. Als waschechter Bayer versteht es Tramitz ganz vortrefflich, dem Charakter Eberhofers Leben einzuhauchen.

Nach der Fertigstellung von „Dampfnudelblues“ verriet Tramitz im Interview, was ihm am zweiten Teil der Eberhofer-Reihe besonders gut gefallen hat: [Zitat] „Teil 2 finde ich super! Oft ist es ja so, dass die so genannten Sequels dann nur noch eine Aufarbeitung sind und dann schwächer werden, aber da ist es ein Highlight, dass auch die altbekannten Charaktere wieder auftreten wie der Metzger, der Simmerl, der Birkenberger, der Papa, die Oma, und jetzt gibt’s neu einen Günter, einen Franken. Den mag ich persönlich auch sehr gern, das ist der Gerichtsmediziner. Mir hat der zweite Teil auch sehr, sehr gut gefallen, auch vom Krimiplot her sehr einfallsreich. Ein bisschen so eine „Who done it“ – sagt man neudeutsch – Geschichte. Und ich freu mich schon auf Teil 3,4,5,6,7…und 8.“ [Zitat Ende] Dazu kann man nur noch ganz klar sagen: Ja, Herr Tramitz, wir auch. Hoffentlich wieder mit Ihnen in der Rolle des kultigen Kommissars aus der bayrischen Provinz.

Leseprobe Winterkartoffelknödel

Hörprobe Dampfnudelblues