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Darsteller:  Vincent D’Onofrio als Parmie Tarzo

Ethan Hawke als Sully

Julianne Nicholsson als Mary, die Ehefrau von Sully

Seymor Cassel als Jasper

Ich muss ja gestehen, ich wollte diesen Film nur sehen, weil Vincent D’Onofrio mitspielt. Denn seine bisherigen Filmfiguren hatten immer etwas Besonderes an sich. Vielen ist er ja auch bestimmt auch aus Criminal Intent oder auch aus Full Metal Jacket bekannt. Diesmal ist seine Rolle etwas schräg. Er spielt einen  Mafia-Paten mit einem leichten Öko-Touch und allein die Brille, die er im Film trägt,  gibt Anlass zum Schmunzeln.

Der ganze Film ist mit einer guten Prise schwarzem Humor gewürzt, obwohl manche Szenen es echt in sich haben und es mich gegruselt hat. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, „Staten Island“  ist ein sehr sehenswerter Film, den Luc Besson hier produziert hat.

 

Zum Inhalt:

Also der Film spielt auf Staten Island und diese Insel gehört zu Manhatten und das wiederum zu New York.

Eigentlich werden im Film drei Geschichten parallel erzählt. Zum einen geht es um den Traum von Parmie Tarzo, denn er will die Kontrolle über ganz Staten Island und er geht dafür über Leichen. Dann geht es um das Ehepaar Sully und Mary, die eine Familie gründen wollen, aber ihnen fehlt noch das nötige Kleingeld  dafür. So weiß Sully nichts Besseres als mit seinen Arbeitskollegen bei Parmie Tarzo einzubrechen und den Safe auszurauben. Doch dabei geht etwas schief. Die Mutter von Parmie wird angeschossen und dieser sinnt auf Rache. Zu guter Letzt dreht es sich um den taubstummen Jasper, der für die fachgerechte Verwertung der Leichen, die regelmäßig von Parmie in einem Hinterzimmer einer Schlachterei angeliefert werden, zuständig ist. Doch eines Tages gewinnt Jasper beim Wetten eine große Menge Geld und jetzt ändert sich sein Leben….

Zum Schluss fügen sich alle drei Teile zusammen zu einer  mit viel schwarzem Humor gespickten sehenswerten Gangster-Story zusammen.

Als Extras gibt es im Anschluss noch entfallene Szenen und ein Interview mit Vincent D’Onofrio.

 

Kluepfel-Kobr - Schutzpatron

Der neue Fall für Kultkommissar Kluftinger beginnt mit einer Rückschau in die Vergangenheit. 30 Jahre vor Beginn der gegenwärtigen Handlung findet ein Spaziergänger durch einen Sturz in einen versteckten Stollen am Fuße der Burg Altusried den bis dahin nur als Legende existenten Burgschatz mit den Reliquien des heiligen St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus. Der Mann schafft es, sich aus eigener Kraft aus dem dunklen Versteck des Schatzes zu befreien und begibt sich daraufhin zur Polizeidienststelle, wo ein junger Beamter gerade seinen Dienst angetreten hat. Diesem jungen Beamten – in dem der Leser alsbald den junger Kommissar Kluftinger erkennt – überbringt der sich als Autohändler vorstellende Mann nicht nur Teile des Schatzes, sondern übergibt ihm nach kurzem Handeln auch die Schlüssel für einen nagelneuen VW Passat – Kluftingers von da an über alles geliebten Wagen.

In der Gegenwart angekommen muss sich Kluftinger nicht nur mit der von ihm vollkommen verschwitzten Verbeamtung seiner Sekretärin herumärgern, sondern auch mit dem plötzlichen Verschwinden seines nunmehr 30 Jahre alten Wagens. Damit jedoch nicht genug. Er und seine Kollegen müssen zum einen den Mord an einer alten Dame aufklären und zum anderen auf Anordnung des Polizeipräsidenten die Ausstellung des 30 Jahre nach seinem Fund nach Altusried zurückkehrenden Burgschatzes überwachen. Dass der Tod der alten Dame mit dem groß angelegten Raubzug eines in Verbrecherkreisen nur als „Schutzpatron“ bekannten Meisterdiebes und seiner Kumpanen zu tun hat, welcher Altusried um seinen Burgschatz erleichtern möchte , ahnt Kluftinger zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er ärgert sich zunächst einmal mit seiner vorschnellen Aussage gegenüber dem Polizeipräsidenten herum, ein guter Golfer zu sein. Dieser meldet ihn prompt zu einen Benefitzgolfturnier an, was auch noch Kluftingers „besten“ Freund Dr. Langhammer auf den Plan ruft. Während Kluftinger mit ihm virtuell für sein Vorhaben trainiert kommt der Schutzpatron seinem Ansinnen, den Burgschatz zu stehlen, immer näher. Als der Kommissar schließlich Wind von dem geplanten Verbrechen bekommt führt ihn nicht nur eine unfreiwillige Dienstreise nach Wien in ein gemeinsames Hotelzimmer mit seinem nervenden Kollegen Meier, sondern auch die Ermangelung seines geliebten Wagens zu der erstaunlich freudigen Bekanntschaft mit einem rosafarbenen Smart.

Das Duo Klüpfel/ Kobr hat sich mit seinem neuen Fall für Kommissar Kluftinger wieder einmal selbst übertroffen. Die Geschichte ist einerseits äußerst spannend und mit viel Liebe zum Detail erzählt, zum anderen liegt man bei einer ganzen Reihe von humorigen Passagen buchstäblich unter dem Tisch vor Lachen. Auf die Verfilmung dieses Falles kann man jetzt schon gespannt sein. Einerseits, um zu erfahren, ob der raffiniert eingefädelte Coup des Schutzpatrons tatsächlich gelingt und zum anderen, um Kluftiger beim Golfen und beim Smart fahren erleben zu können. Nachdem mich Kluftingers letzter Fall „Rauhnacht“ ein bisschen zu sehr an Agatha Christie erinnerte ist „Schutzpatron“ nun ein absolut großartiger Nachfolger geworden, den man allen „Klufti“-Fans ohnehin, aber auch allen anderen Liebhabern von Krimikomödien wärmstens ans Herz legen kann. Die bei Hörbuch Hamburg erschienene Hörbuchfassung des bei Piper veröffentlichten Romans wurde von den beiden Autoren überdies wieder in wunderbarer Allgäuer Mundart und mit absolutem satirisch-schauspielerischen Können eingelesen.

Leseprobe “Schutzpatron”

Hörprobe “Schutzpatron”

Puppenmord von Tom Sharpe

Wer schon lange nicht mehr herzhaft gelacht hat, dem liege dieses Hörbuch ans Herzen.  Durch die Stimmvariationen von Olli Dittrich ist es einfach ein Genuss „Puppenmord“ anzuhören. Nachdem ich meine Lachtränen getrocknet habe, will ich ein klein wenig über den Inhalt erzählen:

Bei einem Spaziergang mit seinem Hund Klemm sinniert Henry Wilt über sein Leben nach. In seinem Beruf als Hilfslehrer an einer Berufsschule wird er seit vielen Jahren beflissentlich bei der Beförderung übersehen. Und auch seine Ehe ist nicht besonders harmonisch. Er ertappt sich dabei wie er sich überlegt, wie er sich seiner Frau am einfachsten entledigen kann..

Seine Frau Eva ist immer irgendwie auf einen Selbstfindungstrip und sie beschäftigt sich mit Töpfern,  Yoga und orientalischem Tanz.  Sie lernt die Amerikanerin Pringsheim kennen und wird von ihr mit ihrem Mann zu einer Party eingeladen.  Zu fortgeschrittener Stunde und reichlich Alkohol kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Die Frau des Hauses versucht Henry zu verführen, doch der bleibt standhaft und sie reagiert wütend darauf und nimmt die aufgeblasene Liebespuppe ihres Mannes und steckt sie auf Henrys Liebesstengel.  Dieser kann sich aus der prekären Situation nicht ohne Aufsehen befreien und so bekommt jeder Partygast einschließlich seiner Eva etwas von der Sache mit. Aus Rache bleibt sie bei den Pringheims und schickt die Liebespuppe an Henry. Dieser wartet noch ein paar Tage darauf, dass seine Eva wieder nach Hause kommt, doch er bleibt allein und sucht daraufhin Trost im Alkohol.

In seinem umnebelten Hirn entstehen die merkwürdigsten Gedanken und so bläst er dann die Liebespuppe auf und zieht ihr Kleidung seiner Eva an und schmückt sie mit einer schicken Perücke von ihr.

Irgendwann landet diese Puppe in einer Baugrube und am nächsten Tag als die Bauarbeiter den Beton in diese Grube schütten, entdeckt einer der Arbeiter die Frau, die gerade ihren Arm nach oben streckt. Der Beton kann nicht schnell genug abgestellt werden und die herbeigerufene Polizei versucht verzweifelt die wahrscheinlich inzwischen tote Frau zu bergen.

Irgendwann muss Henry Rede und Antwort zu der Sache geben, denn die Polizei vermutet, dass er seine Frau umgebracht hat und es hilft ihm nichts, als er behauptet, es sei nur eine Puppe, denn seine Frau ist wie vom Erdboden verschwunden…..

Hörpprobe Puppenmord

Strandkorb

Das Cover des Taschenbuches „Ein Strandkorb für Oma“ erinnert mich sofort an das Lied „An der Nordseeküste, am pattdeutschen Strand…“ und der Inhalt des Buches passt auch dazu:

Auf der Nordsee-Insel Föhr wird aus einem Museum ein ganz bekanntes Gemälde gestohlen und die Kunstwelt ist in heller Aufruhr. So wimmelt es dann auch nur so von Polizei und der Diebstahl ist bei den Inselbewohnern und Urlaubern in aller Munde.

Sönke und Maria, die als Polizistin auf Föhr arbeitet, leben seit einem Jahr in einem kleinen schnuckeligen Haus auf der Insel. Nun sollen sie für zwei Wochen Besuch von Sönkes 15-jähriger Cousine Jade bekommen. Schon beim Abholen erwartet die beiden eine optische Überraschung, denn aus dem niedlichen kleinen Mädchen ist eine bleichgeschminkte Gothic-Anhängerin geworden. Panisch überleben sie was sie mit ihr anfangen sollen, denn besonders gesprächig ist sie ihnen gegenüber  auch nicht.  Aber Sönkes Oma Imke, die selbst immer etwas grell gekleidet und für ihre 76 Jahre etwas zu  auffallend geschminkt ist, weiß mit Jade umzugehen und so machen sie erst einmal ein Picknick bei ihren Vorfahren auf dem nahegelegenen Friedhof. Und auch sonst verstehen die beiden sich prima und verbringen viel Zeit miteinander.

Maria ist durch den Kunstraub voll mit den Ermittlungen beschäftigt und viel unterwegs.  Sören bekommt unterdessen von einer guten Bekannten eine DVD zugesteckt, über deren Inhalt er aber niemanden etwas sagen soll. In einer ruhigen Minute schaut sich Sören die DVD an und was er dort zu sehen bekommt, verschlägt ihn glatt die Sprache. Er sieht  wie  Oma Imke und Cousine Jade aus dem Fenster des Museums steigen und Oma Imke hat einen Gegenstand bei sich, der aussieht wie ein Bild. Ist Oma Imke eine Kunstdiebin und Jade ihre Komplizin?

Dieser Inselkrimi ist mit viel Humor geschrieben und man bekommt auch Einblicke in die Sitten und Gebräuche der Insulaner. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man dieses Taschenbuch in einen Standkorb an Nord- oder Ostsee genießen.

Leseprobe: Strandkorb

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Es steht in allen Zeitungen: Der berühmte Schauspieler Bruce Markreiter kommt nach Sylt und wird in einer Folge der Telenovela: „Liebe, Leid und Leidenschaft“ eine Gastrolle übernehmen. Ganz Sylt steht Kopf, denn es werden noch Komparsen für diese Folge gesucht. Carolin, die Enkelin von Mamma Carlotta will unbedingt Schauspielerin werden und sie hofft auf eine dieser Rollen. Auch Felix, ihr Bruder ist an einer Rolle interessiert, aber nur wegen der Gage, die er sich davon erhofft. So macht sich Mamma Carlotta mit den beiden auf zum Casting und ehe sie sich versieht, hat sie eine kleine Sprechrolle ergattert, da man von ihrem italienischen Akzent begeistert ist und sie auch genau das richtige Alter für diese Rolle hat. Mamma Carlotta übernimmt diese Rolle aber nur unter der Voraussetzung, dass ihre beiden Enkel auch engagiert werden. Und so geschieht es, dass Mamma Carlotta unfreiwillig Einblick hinter die Kulissen der Telenovela bekommt.

Der Chefautor Harry Jumpatz ist als Schürzenjäger bekannt und macht sich unverblümt gleich an Carolin ran, was Mamma Carlotta gar nicht gerne sieht. Während der Proben erfährt sie von den anderen Darstellerinnen, das bereits alle durch Harrys Hände gegangen sind und er sie alle nach und nach abserviert hat. Einige von ihnen schwören auf Rache.

Erik Wolf, der Schwiegersohn von Mamma Carlotta ist Polizeikommissar und er hat es, während sich seine  Familie als Statisten beim Film vergnügen, mit einem Mordfall zu tun. Er und sein Kollegen werden zu einer Wasserleiche gerufen, die man  erschossen im Lister Hafen aufgefunden hat. Es stellt sich heraus, dass sich der Tote, Max Triebel, ein Sensationsreporter, wegen einer Enthüllungsstory über Bruce Markreiter auf Sylt aufhielt. Er wollte Bruce interviewen und um eine Stellungnahme bitten.

Im Zuge der Ermittlungen stellt sich heraus, das Bruce zum Selbstschutz eine Waffe besitzt und genau mit dieser wurde Max Triebel erschossen.

Fall gelöst? Mit Nichten, denn wo Mamma Carlotta auftaucht, ist immer was los und sie hat durch ihren Blick hinter die Kulissen eine ganz andere Vermutung…

Ob nun auf Sylt oder anderswo, dieser Krimi ist gut gelungen und passt als Urlaubslektüre in jeden Koffer. Das Hörbuch „Inselzirkus“ steht und fällt mit der tollen italienischen Aussprache von Katharina Thalbach und der ganz besonderen Art wie sie die Handlung durch ihre Stimme lebendig werden lässt. Es ist ein leichter Sommerkrimi, der an manchen Stellen einen schmunzeln lässt, hat aber auch die richtige Portion Spannung, denn erst ganz zum Schluss wird das Rätsel um den Tod von Max Triebel gelöst.

Hörprobe: Pauly – Inselzirkus

Cover Quizshow

Wer einmal wissen möchte wie es hinter den Kulissen einer Quizshow vorgeht, ist mit diesem kleinen, aber feinen Hörbuch “Tod in der Quizshow” bestens beraten. Ich bin durch Zufall darauf gestoßen und da Peter Jordan als Sprecher immer eine gute Wahl ist, habe ich es mir auch gleich angehört und es hat mir sehr gut gefallen. Ein Krimi im eigentlichen Sinne ist es nicht, aber eine gute Satire.

Ein bisschen war zum Inhalt: Ein Drehbuchautor durchläuft alle Stationen der Vorentscheidung um an der eigentlichen Quizsendung teilzunehmen. Da Sparmaßnahmen auch vor Fernsehproduktionen nicht halt machen, wird die ganze Sendung ohne Publikum aufgezeichnet und erst später dazu geschnitten. Auch werden die ganzen Probeläufe ohne den prominenten Quizmaster durchgeführt und alle die die Vorauswahl nicht schaffen, bekommen ihn nicht zu Gesicht.

Der Drehbuchautor wird etwas schief von den anderen Kandidaten beäugt und einige meinen, er habe einen Sonderbonus, da er auch für das Fernsehen arbeitet. Dem ist aber nicht so und er schafft es auch auf den ersehnten Platz direkt beim Quizmaster, da er alle ihm in der Vorauswahl gestellten Fragen richtig beantwortet hat. Was aber niemand weis,  er hat diesen Auftritt gut vorbereitet und sich eine Spielzeugpistole eingesteckt,  da  er einen Plan verfolgt,  um sich an den Machern dieser Show zu rächen. Denn vor kurzem lief sein aktuelles Fernsehspiel genau parallel zu einem Prominentenspezial der Sendung “Wer schafft die Million” und die Einschaltquoten für ihn lagen natürlich im Keller.

Als der Quizmaster ihm die Frage für 150.000 EUR stellt, antwortet er nicht, sondern zieht die Spielzeugpistole  und schießt. Der Quizmaster fasst sich an Herz und kippt nach vorn und ist auf der Stelle tot.

Der Studiochef  ist entsetzt und spricht von Mord. Doch wie kann das sein, denn der Drehbuchautor hatte nur eine Pistole aus Plastik. Und auf die Frage warum er das getan habe, antwortet er nur: Publicity…

Hörprobe: Tod in der Quizshow

Rita Falk - Dampfnudelblues

Rita Falks Erfolgsserie um den Kult-Regionalkommissar Franz Eberhofer hat mit „Dampfnudelblues“ in diesem Frühjahr bereits ein zweites Mal die SPIEGEL Bestsellerliste im Buch- sowie im Hörbuchbereich erklommen. Ihr erster Kassenschlager “Winterkartoffelknödel“ kam im Herbst 2010 auf den Markt und überzeugte Publikum wie auch Kritiker sofort. Die in Landshut lebende Schriftstellerin ist mit einem Polizisten verheiratet und kann so bei ihren Charakteren in lebensnaher Weise aus dem Vollen schöpfen.

Der Kriminalkommissar und Ich-Erzähler Eberhofer – beheimatet in Niederkaltenkirchen in der Nähe von Landshut – führt als Dorfpolizist ein recht ruhiges und beschauliches Leben, nachdem er vor einigen Jahren aufgrund eines damaligen unschönen Zwischenfalls aus dem Polizeidienst in München aussortiert wurde. Er lebt gemeinsam mit seiner alten, schwerhörigen, aber kulinarisch noch immer äußerst bewanderten Oma sowie seinem seit dem Tod seiner Mutter depressiven, die Beatles vergötternden Papa und seinem Hund Ludwig auf einem gemeinsamen Grundstück. Immer mal wieder schaut sein älterer Bruder Leopold – seines Zeichens Buchhändler und Weiberheld – bei der Familie vorbei, meist mit wechselnder Begleitung im Schlepptau und stets darauf bedacht, Brüderchen Franz mal wieder dumm dastehen zu lassen vor Vater und Oma. Eberhofer selbst ist zwar nicht auf den Mund gefallen, aber nicht verheiratet. Er hat jedoch eine heiße Affäre mit Susi, ihres Zeichens Angestellte in der Gemeindeverwaltung und seine erste große Liebe. Sie schaut sich jedoch aufgrund seiner meist berufsbedingten Unzuverlässigkeit auch gerne schon mal nach anderen Männern um.

In „Winterkartoffelknödel“ muss sich der Kommissar mit einem merkwürdigen Vierfach-Mord aus heiterem Himmel herum ärgern. Die Familie Neuhofer wird nach und nach ausgelöscht und Eberhofers Verdachtsmomente führen immer wieder zum unheimlichen Sonnleitner Gutshof im nahe gelegenen Wald. Dort hat sich seit Kurzen eine junge französisch-deutsche Frau mit dem klangvollen Vornamen Mercedes einquartiert, die sich als Tochter der rechtmäßigen Besitzerin vorgestellt hat. Ob und was sie mit dem Fall zu tun hat ermittelt Eberhofer mit viel Charme und noch mehr kulinarischen Köstlichkeiten von der Oma im Bauch im Laufe des Buches.

In „Dampfnudelblues“ wird der Höpfl – Rektor an der örtlichen Realschule – eines schönen Tages vollkommen zerfetzt bei den Schienen der hiesigen Zugstrecke aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass er an die Gleise gefesselt worden war und ihn ein Zug überrollt hat. Eberhofer stürzt sich in die Ermittlungen und findet schon bald heraus, dass der Schulleiter bei Schülern wie Eltern sehr unbeliebt war und außerdem ein Doppelleben geführt hat. Als Täter kommt schon bald der halbe Ort in Frage. Der Kommissar holt sich schließlich Hilfe bei der Spurensicherung und gemeinsam machen er und sein Kollege ein paar ganz überraschende Entdeckungen. Als Buch lesen sich bereits beide im Deutschen Taschenbuch-Verlag erschienenen Krimis ganz hervorragend. Noch authentischer sind jedoch die Hörbücher gelungen, die für den Audio Verlag von Komiker und „Bully-Parade“-Ensemble Mitglied Christian Tramitz eingelesen wurden. Als waschechter Bayer versteht es Tramitz ganz vortrefflich, dem Charakter Eberhofers Leben einzuhauchen.

Nach der Fertigstellung von „Dampfnudelblues“ verriet Tramitz im Interview, was ihm am zweiten Teil der Eberhofer-Reihe besonders gut gefallen hat: [Zitat] „Teil 2 finde ich super! Oft ist es ja so, dass die so genannten Sequels dann nur noch eine Aufarbeitung sind und dann schwächer werden, aber da ist es ein Highlight, dass auch die altbekannten Charaktere wieder auftreten wie der Metzger, der Simmerl, der Birkenberger, der Papa, die Oma, und jetzt gibt’s neu einen Günter, einen Franken. Den mag ich persönlich auch sehr gern, das ist der Gerichtsmediziner. Mir hat der zweite Teil auch sehr, sehr gut gefallen, auch vom Krimiplot her sehr einfallsreich. Ein bisschen so eine „Who done it“ – sagt man neudeutsch – Geschichte. Und ich freu mich schon auf Teil 3,4,5,6,7…und 8.“ [Zitat Ende] Dazu kann man nur noch ganz klar sagen: Ja, Herr Tramitz, wir auch. Hoffentlich wieder mit Ihnen in der Rolle des kultigen Kommissars aus der bayrischen Provinz.

Leseprobe Winterkartoffelknödel

Hörprobe Dampfnudelblues

Kluepfel_Kobr - Rauhnacht

Allgäu-Krimis liegen derzeit voll im Trend. Das liegt nicht zuletzt am Autorenduo Klüpfel/ Kobr, deren mittlerweile zur Kultfigur avancierter Kommissar Kluftinger seit dem Erscheinen des Debütromans „Milchgeld“ im Jahr 2003 eine riesige Fangemeinde für sich erobert hat. Stets nach der Veröffentlichung eines neuen Romans um den schrulligen Kommissar aus Altusried im Allgäu kann man den Buchtitel auf den oberen Rängen der SPIEGEL Bestsellerliste wiederfinden. Die beiden Autoren treten zudem regelmäßig bundesweit mit ihren zum Live-Hörspiel-Erlebnis gewordenen Lesungen der Romane auf und lassen es sich ebenfalls nicht nehmen, das jeweils neuste Kluftinger-Werk auch mit ihrer doppelten Besetzung in der Hörbuch-Fassung zum Besten zu geben. Ihren besonderen Charme erhalten die Lesungen nicht zuletzt durch den regionaltypischen Dialekt, den beide aufgrund ihrer ebenfalls im Allgäu verorteten Biografie natürlich perfekt beherrschen. Auch über Verfilmungen der Bücher mit Herbert Knaup in der Rolle Kluftingers konnten sich Fans bereits freuen. Im Gespräch ist außerdem bereits seit einiger Zeit, ob die Serie Eingang in die Tatort-Reihe der ARD finden soll.

In diesem Jahr erwarten die Fans jedoch zunächst mit Spannung den neusten und damit sechsten Roman aus der Feder der beiden Bestsellerautoren. Er wird den Titel „Schutzpatron“ tragen und ab Anfang Juni beim Piper Verlag in der Buchhardcoverversion erscheinen. Um die Wartezeit bis dahin noch ein wenig zu verkürzen kann man beispielsweise auf das Hörbuch des Vorgängerromans „Rauhnacht“ zurückgreifen, das 2009 bei Hörbuch Hamburg erschienen ist. Die Geschichte beinhaltet einen weiteren Baustein in Richtung der Lösung des kleinen Rätsels um den Vornamen des Kommissars, was Klüpfel und Kobr bereits seit dem Beginn der Romanserie aufrecht erhalten. Darüber hinaus erinnert der Plot von „Raunacht“ ungewöhnlich stark an „Mord im Orientexpress“ von Agatha Christie, was die beiden Autoren ganz bewusst beabsichtigt haben, wie man auch an der imaginären schauspielerischen Rolle erkennt, die Kluftinger im Roman zeitweise zum Besten gibt.

Hier eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes: Kluftinger und seine Frau sind gemeinsam mit dem Ehepaar Langhammer zu einem winterlichen Kurzurlaub von der ehemaligen Leistungssportlerin Julia König in deren neu eröffnetes Berghotel eingeladen worden. Am ersten Abend ihres Aufenthaltes in der ansehnlichen komfortablen Unterkunft soll ein Live-Kriminalspiel auf dem Programm stehen. Gemeinsam mit den rund zwanzig weiteren Gästen Königs an diesem Wochenende nehmen der Kommissar und Doktor Langhammer in den ihnen zugewiesenen Rollen am Spiel teil. Bis einer der Gäste, der die Rolle eines Polizeibeamten übernehmen sollte, plötzlich nicht vom Umkleiden aus seinem Zimmer zurückkehrt. Als Kluftinger gemeinsam mit der Hotelchefin nach dem Rechten sieht finden sie den Gesuchten tot in seinem Zimmer auf einem Stuhl sitzend auf. Nachdem der Doktor eine natürliche Todesursache ausgeschlossen hat sind alle in höchster Alarmbereitschaft. Unter ihnen ist ganz offensichtlich ein Mörder, und dass, wo ausgerechnet jetzt draußen ein heftiges Unwetter tobt und das Hotel aufgrund von Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten ist. Kluftinger und Langhammer nehmen gemeinsam die Ermittlungen auf und schon bald kommt es ganz in der Tradition von Hercule Poirot zum spektakulären Showdown.

Für Krimifans mit Faible für Krimi-Traditionen und süddeutsche Mundart ist dieses von den beiden Autoren wunderbar in Szene gesetzte Kluftinger-Hörbuch in jedem Fall ein absolutes Muss. Wenn der neue „Klufti“ ähnlich gut wird kann man sich schon jetzt drauf freuen.

Hörprobe Rauhnacht

Christie_Wachsblumenstrauss

„Onkel Hotte liest Krimiklassiker. Wird bestimmt lustig!“ dachte ich mir, als ich zum ersten Mal darauf aufmerksam wurde, dass Oliver Kalkofe den Krimi „Der Wachsblumenstrauß“ von Agatha Christie für den Hörverlag neu eingelesen hat. Für alle süddeutschen Krimifreunde, die sich auf den Namen „Onkel Hotte“ keinen Reim machen können: Dies war Kalkofes Paraderolle im Frühstyxsradio auf radio ffn, der ersten Comedysendung überhaupt im deutschen Hörfunk, die von Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger Millionen von Niedersachsen und später auch Berliner am Sonntag zwischen 9 und 12 Uhr vor dem Radio verharren ließ. Onkel Hotte war ein schmierig böser Märchenonkel, der mit seinen bis zur Unkenntlichkeit verunstalteten Märchen Kindern und erwachsenen Comedyfreunden gleichzeitig Gänsehaut und Lachattacken bescherte. Heute zeigt sich Kalkofe nur noch in Ausnahmefällen bei seinen Bühnenauftritten in dessen Montur.

Aber Kalkofes Stimme ist halt nach wie vor dieselbe geblieben, und darum war ich neugierig darauf, wie er sich als Vorleser eines Krimiklassikers wohl machen würde. Und ich muss sagen: Ich war tatsächlich positiv überrascht. Schon keine zwei Minuten nach Beginn des Hörbuches sah ich keine Comedyfigur mehr, sondern tatsächlich die in gut folgbarem Tempo von Kalkofe geschildeten Figuren der Geschichte vor mir. Lediglich bei den Frauenstimmen musste ich zeitweise immer wieder mal an „Kalkofes Mattscheibe“ denken, wo ihm im Allgemeinen die Parodien auf Damen aller Couleur ganz besonders gut gelingen. Ganz genauso verhält es sich bei seiner Krimilesung mit seiner Interpretation von Hercule Poirot, den er ähnlich charmant daher kommen lässt, wie dies seinerzeit Peter Ustinov in den Fernsehfassungen getan hat.

Kurz zum Inhalt des Christie Klassikers: Auf dem Landsitz von Richard Abernathie trifft sich nach dessen plötzlichem Ableben die Verwandtschaft des Verstorbenen in der Hoffnung auf ein reiches Erbe. Seine leicht naiv gebliebene und dabei gnadenlos ehrliche Schwester Cora äußert kurz vor der Eröffnung des Testaments die Feststellung, dass er doch ermordet worden sei. Einen vorahnungsvollen diesbezüglichen Verdacht habe er sie einige Tage zuvor bereits wissen lassen. Einige Stunden später wird Cora tot aufgefunden – erschlagen mit einem Beil in ihrem Zimmer. Die Trauergesellschaft ist in hellem Aufruhr. Unter ihnen befindet sich ganz offensichtlich ein Mörder, der auf jeden Fall Cora und vielleicht auch Richard auf dem Gewissen hat. Hercule Poirot wird daraufhin vom für das Testament zuständigen Notar um Hilfe gebeten. Er findet schon bald heraus, dass Richard Abernathie eines ganz natürlichen Todes gestorben ist und Cora ihrerseits besser nie ein Testament hätte machen sollen…

Man merkt bei der gesamten Lesung sehr deutlich, dass Oliver Kalkofe schon immer ein Faible für England und für englische Krimis hatte. Der alte Klassiker lebt auf charmant-witzige Weise durch ihn noch einmal auf. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht seine letzte Krimi-Neuvertonung sein wird.

Hörprobe Christie – Der Wachsblumenstrauß

Unter allen Beeten ist Ruh

Pippa Bolle wohnt zurzeit etwas beengt in einem kleinen Zimmer bei ihren Eltern in Berlin. Da die gesamte Nachbarschaft  immer  nur auf Geselligkeit aus ist, kann sich schlecht ihrer Berufstätigkeit als Übersetzerin konzentrieren.  Viktor, der Vater ihrer Freundin Karin sucht dringend jemanden, der auf seine Gartenparzelle auf Schreberwerder aufpasst, während er im Urlaub ist.  Durch das Internet hat er viele Damenbekanntschaften gemacht und will sich nun auf seine alten Tage seinen Traum vom Urlaub in Italien verwirklichen.  Einige seiner Bekanntschaften aus dem Internet sind gerne bereit und wollen ihn auf einigen Etappen von Berlin nach Mailand begleiten. Pippa macht sich auf den Weg nach Schreberwerder, einer Gartenidylle in der Havel und bekommt dort von Viktor die Schlüssel und einige Instruktionen für den Aufenthalt auf seiner Gartenparzelle.  Doch so idyllisch wie es auf den ersten Blick scheint, ist es auf Schreberwerder nicht, denn auf Schreberwerder herrscht seit geraumer Zeit Krieg.

Lutz Erdmann ein etwas schmieriger Typ will alle 12 Parzellen auf Schreberwerder aufkaufen und ein Hanfhotel darauf errichten. Er versucht es bei Dorabella von Schlitzwitz seit geraumer Zeit mit Blumen und Geld, aber Dorabella zeigt ihm die kalte Schulter und lässt ihn immer wieder abblitzen mit dem Kommentar: Nur über meiner Leiche ….

Dies wurmt Erdmann sehr und er überlegt, wie der diese harte Nuss knacken kann.  Bei einigen Gartenbesitzern war er schon erfolgreich und diese haben aus den unterschiedlichsten Gründen an ihn verkauft.

Als Pippa ihm das erste Mal über den Weg läuft, hat sie den Eindruck er will sie mit seinem lüsternen Blicken und seiner  süffisanten Art gleich zu einem Schäferstündchen einladen anstatt zu seiner großen Gartenparty, die für den kommenden Tag anberaumt ist.

Die Party findet dann in Anwesenheit aller Gartenbesitzer  in der Parzelle  von Lutz Erdmann statt, der auch gleich seinen windigen Anwalt eingeladen hat, in der Hoffnung, dass es noch zu Geschäftsabschlüssen kommt, nach der Art „gesprochenes Wort gilt“.  Vor Eröffnung des Delikatessenbuffets  versucht er auch noch einmal sehr wortreich und überschwänglich alle von seinem Bauvorhaben zu überzeugen, was ihm aber nicht gelingt.  Zu seinem Entsetzen benutzt Dorabella den Abend dazu, allen zu verkünden, dass sie demnächst eine größere Summe an Geld erwartet und deshalb  einem guten Freund das Geld zur Verfügung stellt, damit er Lutz Erdmann bei einem Gebot für eine zu verkaufende Gartenparzelle auf Schreberwerder überbieten kann.  In dem großen Tumult, der nach ihrer Bekanntmachung entsteht, sieht niemand wie Dorabella die Party verlässt.

Am nächsten Morgen wird sie tot in ihrer Badewanne gefunden und für ihre Freunde ist ganz klar, das war die Rache  von Lutz Erdmann……

Dieser Krimi wurde mit sehr viel Humor geschrieben und ich habe an vielen Stellen herzhaft gelacht. Man kann sich die Charaktere bildlich  vorstellen und wenn auch Schreberwerder wieder Ruhe eingekehrt ist, könnte ich mir vorstellen dort einmal vorbeizusehen, falls es diese Idylle wirklich gibt.

Dieses Buch kann man nur empfehlen, denn es muss ja nicht immer eine Handlung sein, wo man sich nicht hinter dem Ofen hervor traut.

Ich hoffe dem Krimi „Unter allen Beeten ist Ruh:“ folgt noch einiges nach.

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