Mara Laue: Schwarze Dame Tod

17 Juli 2011 · Fantasy,Taschenbuch · 0 Kommentare

Laue - Schwarze Dame Tod

Wochenende, Braunschweig, Hannoversche Straße, Hochsommer, irgendwann zu späterer Stunde: Robert Asmund, der Schwiegersohn des größten Baulöwens der Stadt wird bei seiner Rückkehr vom abendlichen Reitausflug mit anschließender Einkehr in die mittelalterlich geprägte Musikkneipe „The Magic Song“ beim Warten auf den Bus erschossen. Bevor er verstirbt gelingt es ihm noch, einem herbei eilenden Taxifahrer die Worte „Schwarze Dame Tod“ zuzuraunen.

Kriminalhauptkommissar Ralf Zell kommt am nächsten Tag aus seinem Urlaub in die regnerische niedersächsische Großstadt zurück und wird von seinen Kollegen sofort über den ungewöhnlichen Fall unterrichtet. Da sie aus der Aussage des Taxifahrers und den letzten Worten des Toten nicht richtig schlau werden beschließen sie, den Ort des Geschehens gemeinsam in Augenschein zu nehmen. Als sich die Polizisten auf den Weg in Richtung des Tatortes machen wollen fällt einem der Kollegen beim Blick auf das Foto mit dem Toten auf, dass er ihn kennt. Kommissar Seifert identifiziert ihn als Stammgast des „The Magic Song“, einer Musikkneipe, die er auch selbst hin und wieder besucht, um der Musik und dem Gesang der dortigen Wirtin zu lauschen, wie er sagt. Die Polizisten beschließen daraufhin, das Lokal aufzusuchen und die Wirtin Nicki Raven zum Fall zu befragen. Diese erkennt Robert Asmund sofort auf der ihr vorgelegten Fotografie und ist mehr als bestürzt über sein Ableben. Sie erzählt, dass beide in einem freundschaftlichen Verhältnis zueinander gestanden hätten. Er habe ihr diverse Male sein Leid über seine unglückliche Ehe geklagt. Zu seinen letzten Ausspruch „Schwarze Dame Tod“ fällt ihr allerdings keine plausible Erklärung ein.

Was den Polizisten jedoch im weiteren Verlauf des Gesprächs auffällt: Die hübsche Sängerin hüllt sich auch selbst gerne in Schwarz und hat eine Vorliebe für morbide Songthemen. Könnte das ein Hinweis darauf sein, dass sie etwas mit Asmunds Tod zu tun hat? Hauptkommissar Zell fällt zusätzlich zu dieser Fragestellung auf, dass ihm Nicki Raven nicht so egal ist, wie sie es eigentlich sein sollte. Er empfindet die Gegenwart der attraktiven Frau sogar als äußerst angenehm. Darum ist er froh darüber, sich im Anschluss an den Besuch im Lokal mit der Witwe des Verstorbenen beschäftigen zu müssen. Deren herrschsüchtiger Vater Gerhard Holbeck und auch Isabella Asmund selbst machen jedoch keine Anstalten, um Robert Asmund zu trauern. Ja, es scheint sogar, als seien sie regelrecht froh darüber, ihn endlich los zu sein. Nur Isabellas Stiefmutter Bianca Holbeck bricht in Tränen aus, als sie von Robert Asmunds Tod hört. Schon bald stellt sich heraus, dass Asmund vor seinem Tod Kontakt zu Gerhard Holbecks größtem Konkurrenten aufgenommen hatte. Sollte sich der Fall als die Beseitigung eines Verräters entpuppen? Hauptkommissar Zell und seine Kollegen tappen weiterhin im Dunkeln…

Man merkt Mara Laues Roman an zahlreichen Stellen deutlich an, wo die Autorin des ersten, aber hoffentlich nicht letzten Ralf Zell-Romans schriftstellerisch normalerweise zuhause ist. Als Autorin für Serien-Plots im Fantasy- und Mystery-Business hat sie sich seit dem Jahr 2004 einen Namen gemacht. Sie ist zudem engagiertes Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“, einem europaweiten deutschsprachigen Zusammenschluss von Krimi-Autorinnen. Ihr erster im Sutton Verlag erschienener Braunschweig-Krimi ist nicht nur von charismatischen Charakteren, einer immer wieder neuen Wendungen nehmenden Handlung und ihrem deutlichen Hang zu mittelalterlicher Musik geprägt, sondern auch von der Liebe zu ihrer Heimatstadt. Doch auch, wer keinen unmittelbaren Bezug zur Stadt Heinrichs des Löwen in Niedersachsen hat sollte in dieses Buch hinein schauen. Ein wirklich tolles Krimi-Debüt, dem hoffentlich noch viele weitere düster-geheimnisvoll geprägte Fälle folgen werden.

Leseprobe Schwarze Dame Tod