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Dies sind zwei DVD-Sammlungen einer neuen Krimiserie aus Schweden. Mikael Persbrandt, bekannt aus der Kommissar-Beck-Reihe spielt  die Hauptrolle des Prof. Markus Haglund, der  Rechtswissenschaften an der Universität in Uppsala unterrichtet.  Er hat vier Studenten die mit ihm zusammen arbeiten und eigentlich die ganze Arbeit machen. Denn Professor Markus Haglund  ist ein etwas depressiv wirkender und dem Alkohol sehr zugetaner Mensch. Das hat einen Grund: Vor zehn hatte er für einen mutmaßlichen Mörder  einen Freispruch erwirkt, der dann kurze Zeit später wieder zwei Menschen getötet hat.   Das alles belastet ihn bis heute und die Universitätsleitung sitzt ihm wegen des niedrigen Arbeitseinsatzes seinerseits im Nacken und so beschäftigt er sich mit unschuldig Verurteilten.

Die vier Studenten, zwei Frauen Anna und Fia und zwei Männer Roger und  Belal treffen sich zum Arbeiten bei Dr. Haglund in dessen alter Villa und haben es mit allen möglichen Strafsachen zu tun. Auch im Privatleben der vier gibt es Straftäter und so werden in den einzelnen Folgen auch deren Strafsachen aufgerollt.  Jede einzelne Folge ist immer eine abgeschlossene Handlung und sie endet meistens immer mit einem guten Ergebnis für ihre Mandanten.

Parallel zu den Strafsachen erfährt der Zuschauer auch immer ein wenig über das soziale Umfeld  der  Jura-Studenten und bei dem Frauenverschleiß  des Professors wird es nie langweilig.

Die  1. und 2.  Staffel  Serie  umfasst jeweils  zwölf Folgen von  jeweils 45 Minuten.  Wer Schwedisch versteht oder mal die richtigen Stimmen der Schauspieler hören möchte, kann zwischen Schwedisch und Deutsch im Sprachenmenü wechseln.

Hier gibt es noch einen kleinen Einblick in die Folgen zu Staffel 1″Verdict Revised

Eine ehemalige Freundin von Prof. Haglund sitzt wegen Drogenschmuggels im Gefängnis. Er  glaubt fest an ihre Unschuld und sagt dies auf öffentlich ein einem Interview im Fernsehen.  Kurze Zeit später ist das Leben der jungen Frau im Gefängnis lebensgefährlich bedroht und das Team um Markus Haglund muss sich sputen um sie aus den Fängen der Justiz zu befreien.

Ein Haus brennt lichterloh und es werden eine männliche und eine weibliche Leiche gefunden.  Der Eigentümer und seine Geliebte. Seine Ehefrau wird kurz vor dem Brand am  Haus gesehen und wird dann später wegen Brandstiftung mit Todesfolge verurteilt.  Die Geliebte wird dann aber einige Jahre später bei einem Verkehrsunfall getötet.  Da gibt es danndoch noch einiges zu klären für das Studententeam…

 ”Zu Staffel 2 “Verdict Revised

Fia engagiert sich in einem Fall sehr persönlich. Sie macht den Lockvogel  für einen Vergewaltiger und gerät dabei in höchste Lebensgefahr..

Eine ehemalige Freundin von Roger sitzt wegen fahrlässiger Tötung im Gefängnis.  Sie ist während einer Autofahrt am Steuer eingeschlafen und hat dabei eine Frau und deren Kind überfahren.   Roger ist gefühlsmäßig noch sehr engagiert und der Rest des Teams steht vor einer schwierigen Aufgabe, denn  die Frau ist von ihrer Schuld überzeugt und meint zurecht im Gefängnis zu sitzen…..

Ein verurteilter Mörder flieht während eines Hafturlaubs und will durch Prof. Haglund seine Unschuld beweisen lassen, doch der ist unauffindbar und so muss sich das Studentenquartett mit der Sache befassen,  was für alle dann zu einer Lebensbedrohung wird…..

Hier mangelt es nicht an Spannung und manchmal geht es auch hart zur Sache, was die Hauptakteure am eigenen Leib spüren. Die Rolle des Markus Haglund  ist Mikael Persbrandt auf den Leib geschrieben.  Trotz durchgezechter Nächte und immer etwas leger gekleidet (teilweise auch nur im Bademantel)  ist Prof. Haglund immer im Einsatz für seine Mandanten und er geht auch manchmal unbürokratische Wege um ans Ziel zu kommen.  Auch vernebelt ihn der Alkohol nicht das Gehirn, sondern er ist immer bei der Sache, wenn auch mit Zynismus und Ironie.

Ich kann  diese wirklich spannende und interessante schwedische Krimiserie nur jeden ans Herz legen und hoffe,  dass noch weitere Folgen gedreht werden, denn die letzte Folge der 2. Staffel  spielt an Midsommer und  einer  der Beteiligten landet  im Gefängnis…..

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Beim Titel des Buches könnte man vermuten, dass der Inhalt etwas mit Mystik oder Fabelwesen zu tun hat, doch da ist man auf dem Holzweg, denn  dieser Krimi ist sehr realistisch und sehr spannend geschrieben.

Die Geschichte handelt von einem Sensationsreporter mit Namen Marlon Kraft, der immer zeitnah vor Ort ist um dann eine tolle Story zu schreiben.  Am Anfang des Buches gerät er in eine Geiselnahme.  Der Geiselnehmer hat sich in einem Kindergarten mit den Kindern und deren Betreuerinnen verschanzt. Marlon Kraft gelingt es ins Innere des Gebäudes zu gelangen und mit dem Geiselnehmer Kontakt aufzunehmen. Da Marlon aber immer für eine gute Story auch Bilder braucht,  macht er einen fatalen Fehler und das Ganze gerät außer Kontrolle und es fallen Schüsse…

Dann kommt ein Zeitsprung von einigen Jahren und der Leser erfährt, dass der Geiselnehmer überlebt hat und  seit einigen Jahren im Hochsicherheitstrakt der forensischen Psychiatrie einsitzt.

Marlon  wird bei der Geiselnahme verletzt und hat noch Jahre später unter den Folgen zu leiden, denn es ereilen ihn immer wieder „black outs“ und er wacht dann schon mal an anderen Orten auf und kann sich nicht erinnern wie er dort hingelangt ist. Er ist deswegen bereits in Therapie und muss Psychopharmaka nehmen um überhaupt seiner Arbeit als Report weiterhin gewachsen zu sein.  Langsam normalisiert sich sein Leben wieder doch dann wird von neuen sein Leben auf den Kopf gestellt, denn in seiner unmittelbaren Umgebung werden Frauen ermordet, mit denen er entweder mal liiert war oder die er einfach nur kennt.  Bald wird klar, der Mörder hat es auf Marlon abgesehen. Durch diesen psychischen Druck passiert es ihm dann immer öfters, dass er “black outs” hat und er fängt an,  selbst an sich zu zweifeln, da viele Indizien auf ihn als Mörder der Frauen  hindeuten. Kann er es wirklich sein oder treibt da jemand gegen ihn ein böses Spiel?

Kurz vor dem ersten Mord bekommt Marlon eine E-Mail , dessen Text ihn erschaudern lässt: Der Drache ist erwacht!

Wer oder was der Drache ist, verrate ich hier nicht, denn dieser Krimi ist es wirklich wert, gelesen zu werden.

Sven Koch hat mit  „Purpurdrache“  seinen ersten Krimi geschrieben und der ist ihm wirklich gut gelungen. Er ist spannend und gut erzählt bis zur letzten Seite.  Es ist st schon etwas her, dass mich ein Buch so gefesselt hat.

Durch geschicktes Fährten legen des Autors bleibt der Mörder lange Zeit im Dunkeln und es gibt so einige Verdächtige…

Besonders gut hat mir der Teil mit dem “Drachen” gefallen. Es ist geschickt in die Handlung eingeflochten und sorgt so auch für spannende Unterhaltung.

Fazit:  Dieser Krimi sollte unbedingt gelesen werden

 

Leseprobe: purpurdrache

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Schauplatz des Films sind die dunklen Wälder von Missouri. Im Zentrum der Handlung steht die 17-jährige Ree Dolly, die es im Leben nicht leicht hat.  Sie lebt mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen.  Ihre Mutter ist schwer depressiv und sie spricht kaum und ist eigentlich lebensunfähig, so muss sie Ree um ihre beiden kleinen Geschwister kümmern. Ihr Vater war 10 Jahre lang im Gefängnis. Kaum entlassen ist er schon wieder verhaftet worden, da er beim Kochen von Crystal Meth erwischt wurde.

Eines Tages steht die Polizei bei Ree vor der Tür und sucht ihren Vater, da er zum Gerichtstermin nicht erschienen ist. Ree verspricht ihn zu suchen.  Etwas später steht ein Kautionsjäger vor der Tür und ist auch auf der Suche nach Ree’s Vater Jussup. Sie erfährt, dass ihr Vater Haus und Grundstück als Kaution hinterlegt hat und wenn er nicht wieder auftaucht, die Familie innerhalb einer Woche ihr Heim verliert und sie ausziehen müssen.

Ree macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, der sich wohl mit Typen eingelassen hat, die ihm nicht gut getan haben und er scheint irgendetwas bei der Polizei erzählt zu haben um nicht wieder im Gefängnis zu landen. Doch wo ist er?

Ree stößt in der kleinen Gemeinde, die auf irgendeine Weise alle verwandt sind, auf eine Mauer des Schweigens. Doch sie lässt nicht locker und bohrt immer weiter. Auf ihrer Suche nach ihrem Vater wird sie verprügelt und ihr Onkel Teardrop kann in letzter Minute Schlimmeres verhindern.

Ree kommt der Verdacht, dass ihr Vater den allgemeinen Schweigekomplex  des Familienclans auf irgendeine Weise gebrochen hat und das er eventuell  nicht mehr lebt und man ihn so zum Schweigen gebracht hat.  Bald sollte sich ihr Verdacht bewahrheiten…..

 

Den Film  ”Winter’s Bone” muss man erst einmal sacken lassen. Die ganze Atmosphäre des Films ist düster und  die kauzigen Typen, die im Film mitspielen, mit denen möchte man sich auch nicht unbedingt anlegen. Der Part der Ree Dolly wird ganz hervorragend von  Jennifer Lawrence gespielt und  auch die Filmmusik ist sehr hörenswert und passt zur Handlung. Obwohl  ein gewisser Teil der Handlung im Dunkeln bleibt, ist es ein Film den man nicht verpassen sollte.

 

Das Trauma von Camilla Grebe

In einem Vorort von Stockholm kauert ein kleines Mädchen in ihrem Versteck und voller Angst und Panik muss sie mit ansehen wie ihre Mutter, die im Flur am Boden liegt, durch Fußtritte ins Gesicht verunstaltet wird. Was die Kleine noch nicht weiß, ihre Mutter ist tot…

Als nächstes wird der Zeit um zwei  Monate zurückgedreht und ein Prof. für Psychiatrie startet mit Hilfe zwei Psychotherapeutinnen ein Forschungsprojekt. Die beiden Therapeutinnen sollen mit Frauen arbeiten, die in irgendeiner Weise Gewalt durch Männer erfahren haben.  Alle diese Frauen leiden an einem sogenannten posttraumatischen Belastungssyndrom und es soll ihnen durch Gruppentherapiesitzungen die Möglichkeit der Verarbeitung ihrer durchlebten Situationen gegeben werden.

Man wird als Zuhörer Zeuge dieser  Sitzungen, an denen mehrere Frauen unterschiedlichen Alters, die sich bis jetzt zwar bisher  nicht kannten, aber alle aus einem Wohnort kommen. Alle erzählen über ihr bisheriges Leben und über ihre Gewalterfahrungen.  Im Mittelpunkt des Geschehens rückt Katis, eine der misshandelten Frauen als sie erzählt, dass ihr ehemaliger Freund Hendrik  seine jetzige Lebensgefährtin Susanne ermordet hat und sie Angst hat sein nächstes Opfer zu sein.

Einige Sitzungen später stürmt nun besagter Hendrik, offenbar alkoholisiert an einer völlig irritierten Empfangsdame vorbei in eine dieser Sitzungen.  Er fuchtelt vor den Augen der Frauen mit einer Waffe herum und nuschelt immer wieder, Katis würde Lügen über ihn verbreiten. Er sei kein Mörder  und er habe Susanne wirklich geliebt. Er sei  hier das Opfer und nicht Katis.

Die verängstigten Frauen versuchen die Situation durch beruhigende Worte zu entkräften und eine der Frauen geht langsam auf ihn zu. Dann fällt ein Schuss und die Frau ist tot und Hendrik auf der Flucht.

Das Autorenteam hat hier versucht einen Krimi mal anders aufzubauen, aber ich finde das nicht besonders gelungen. Man bekommt als Zuhörer durch die vielen unterschiedlichen Therapiesitzungen, auch mit anderen Patienten der beiden Psychotherapeutinnen, und Berichte von psychiatrischen Gutachten und Stellungnahmen unterschiedlicher Behörden  eher zu viel  verwirrende Informationen als Zusammenhänge vorgetragen, was allerdings nicht an Tanja Geke, die das Hörbuch „Das Trauma“ vorliest liegt, denn das macht sie sehr gut und durch ihre unterschiedlichen Stimmen, kann man die Mitwirkenden gut unterscheiden.

Für mich war dieses Hörbuch eher ein Einblick in Psychotherapiesitzungen, in denen Frauen ihre schrecklichen Erlebnisse schildern als ein spannender Krimi, aber das sollte jeder für sich entscheiden und sich das gut vorgelesene Hörbuch anhören.

 

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Die Mutter von Alexandra Clarksen liest einen Bericht über einen Babyleichenfund in Weinbergen von Sanoma. Vor 25 Jahren verschwand ihr kleiner Sohn Dylan in dieser Gegend und wurde nie gefunden. Daraufhin zog sie mit ihrer Tochter Alexandra nach San Francisco. Der Bericht über den Leichenfund muss sie besonders aufgewühlt haben, denn sie begeht Selbstmord.  Ihre Tochter Alexandra will nun nach ihrem Tod ihren Vater suchen, denn ihre Mutter hatte nie über ihn sprechen wollen und auch sonst hat sie die frühe Kindheit von Alexandra nebulös gelassen.

In Sanoma trifft Alexandra auf ihre Stiefschwester, die im Weinhandel tätig ist und sie herzlich bei sich aufnimmt. Dan Reed, ebenfalls jemand aus ihrer frühen Kindheit, ist jetzt bei der Polizei und ermittelt in dem Babyleichenfund in den Weinbergen.

Bei den Sachen ihrer Mutter befand sich ein Ring mit einer Gravur. Als Alex sich auf die Suche macht und den Juwelier ausfindig macht, der etwas über den Ring erzählen kann, verabredet sie sich zu einem Gespräch mit ihm. Als sie zu seinem Haus kommt, findet sie ihn erhängt auf.

Jeden den sie nach ihrer Mutter fragt, weicht ihr aus oder später werden irgendwelche fragwürdigen Geschichten über sie erzählt, die Alexandra nur schwer glauben kann. Dann geschehen unheimliche Dinge um sie herum, dass sie langsam an ihrem Verstand zweifelt. Es passiert noch einiges in ihrer näheren Umgebung und bald steht sie unter Verdacht, sie könne etwas mit den Todesfällen  zu tun haben.

Sie wendet sich deshalb an ihren Ex-Mann, der ihr dann auch bei der Suche nach ihrem Vater weiterhilft. Als als er dann wohl auf etwas Wichtiges gestoßen ist, findet Alexandra ihn dann in ihrer Küche tot auf.

Das Hörbuch „Opfernacht“  ist ein Krimi, der sich um ein dunkles  Geschehen rankt, dass sich vor 25 Jahren ereignet hat. Schnell wird dem Zuhörer klar, in welchem Kreis der Täter zu suchen  ist und für mich ist das Ende nicht besonders überraschend.

Fazit: Eher eine dunkle Familiengeschichte ohne wirkliche Überraschungen

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Die Sonderkommission um Hauptkommissar Rudolf von Rhoden muss sich mit einem Toten auf dem Schlossplatz von Tauberbischofsheim befassen. Der Tote, der mit einem König-Ludwig-Kostüm bekleidet war, wurde mutmaßlich erschlagen. Als die Kriminalbeamten der Ehefrau des Ermordeten die Todesnachricht überbringen, fängt sie an zu lachen und scheint nicht mehr Herr der Lage zu sein. Alle vermuten dass sie unter Schock steht. Sie identifiziert ihn dann auch als ihren Ehemann Ludwig Kuhn, Besitzer einer Fleischerei vor Ort.  Dies soll sich im Verlauf der Handlung dann aber als Lüge herausstellen, denn Ludwig Kuhn hatte vor sich scheiden zu lassen und zu seiner jungen Geliebten zu ziehen. Außerdem war er in einige kriminelle Handlungen verstrickt und nicht besonders nett zu seinen Mitmenschen.  Der Tote auf dem Schlossplatz entpuppt sich dann als jemand ganz anderes und Ludwig Kuhn scheint sich wegen seiner kriminellen Machenschaften abgesetzt zu haben.  Viele Spuren müssen von den Beamten der Sonderkommission verfolgt werden und irgendwann ist jeder verdächtig. Bis zum Schluss bleibt Ludwig Kuhn verschwunden und erst ganz Ende der Handlung entwirrt sich das Knäul aus Lügen, Verwirrspiel und Täuschungen und der Fall kann zum Abschluss gebracht werden.

 

Der Autor hat hier mit “Tot auf dem Schlossplatz” seinen ersten Krimi geschrieben. Die ganze Handlung ist mit viel Lokalkolorit gespickt und die Leser, die sich vor Ort auskennen, werden wahrscheinlich einige Orte wiedererkennen. Ich hatte ein wenig mit den vielen namentlich genannten Kriminalbeamten zu kämpfen und bekam Hunger bei der detaillierten Aufzählung der Speisen, die die Personen der Handlung im Restaurant zu sich nahmen. Auch eine gewisse Prise Humor kann man beim Lesen entdecken. Man sollte dieses Buch in Ruhe lesen, denn die unterschiedlichsten Fährten, die in der Krimihandlung gelegt werden, können schon verwirren und bei den vielen verzwickten Verwandtschafts- verhältnissen und woher sich die Personen der Handlung her kennen, muss man genau bei der Sache sein um nicht  in die Irre geführt zu werden.

Fazit: Erstlingswerk mit viel Lokalkolorit

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Der Titel des Hörbuchs „Abgründe“ sagt schon viel über den Inhalt aus. Leider ist Kommissar Erlendur in Urlaub und so muss Sigurdur Oli in verschiedenen Fällen ermitteln. Zum einen geht es um einen verdächtigen Todesfall während einer Bergtour von mehreren Bankern, vier waren es zuerst, dann nur noch drei, denn dieser stürzt einen Abhang hinunter und ist tot.

Der nächste Faden der Handlung führt zu dem kauzigen Andres, der eigentlich zu Erlendur will und von ihm Hilfe erwartet bezüglich eines kleinen abgerissenen Stücks  alten Kodakfilms. Auf diesem Filmschnipsel ist ein kleiner nackter Junge zu sehen, der um Hilfe wimmert, und es scheint sich um sexuellen  Missbrauch zu handeln.

Und zu guter Letzt wird Sigurdur Oli von seinem alten Schulfreund um einen Gefallen gebeten. Wie es sich rausstellt, geht es nicht um seien Schulfreund selbst, sondern um dessen Schwager Hermann und dessen in der Politik tätigen Ehefrau. Sie haben mehrmals an Schnitzelpartys teilgenommen, wovon Sigurdur Oli noch nie etwas gehört hatte. Ihm wird erklärt, dass es sich dabei um Swingerpartys handelt und auf einen dieser Begebenheiten wurden schlüpfrige Fotos von Ihnen gemacht, wovon sie aber nichts wussten, bis sie vor einiger Zeit einen Telefonanruf bekamen und von einer weiblichen Stimme erpresst wurden. Wenn nicht eine bestimmte Summe gezahlt würde, dann würden die Bilder im Internet veröffentlicht.  Es wird dann klar, dass ein junges Pärchen, das auch an den Swingertreffen teilgenommen hatte, die Fotos gemacht haben  und für die Erpressung in Frage kommen. Sigurdur Olis Aufgabe sollte nun sein, als Polizist bei diesem Paar vorstellig zu werden und sie von ihrem Vorhaben abzuhalten.

Als Sigurdur Oli dann  die  Wohnung des Paares aufsucht, findet er eine junge Frau vor, die zusammengeschlagen wurde und später dann im Krankenhaus an ihren Verletzungen verstirbt.

Die ganzen verschieden Fäden der Handlung führen durch einen Sumpf aus Rauschgift, Dealern, Geldwäsche im großen Stil und Kinderpornographie und irgendwie scheint der Ermittlungsbeamte ein bisschen überfordert und man kann nur hoffen, dass der Urlaub von Erlendur nicht mehr allzu lange anhält, denn die kauzige Art dieses Ermittlers fehlt im ganzen Krimi.

Man muss gut zuhören, was einem aber bei dem bekannten Vorleser Walter Kreye nicht besonders schwer fällt, denn er führt den Zuhörer mit seiner Stimme ganz prima durch die Handlung und  deswegen ist”Abgründe”  ein durchaus hörenswerter Krimi.

Hörprobe Abgründe

Andere Krimis von Arnaldur Indridason:

Kältezone

Kälteschlaf

Engelsstimme

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Das Hörspiel zum Film

Hier wird deutlich, was man mit Sprache  und Soundeffekten etc. für tolle Sachen machen  kann.  Man braucht nur die Augen zu schließen und dann sieht man vor seinem inneren Auge einen Film. Mit ein wenig Fantasie kann man auch die Personen „bildlich“ unterscheiden, denn die Stimmen von Susanne von Borsody (Brigitta Roslin), Claudia Michelsen (Vivi Sundberg)  kennt man bestimmt, denn es sind beide bekannte Schauspielerinnen.

Dieses Hörspiel ist wirklich gut gelungen und hat mir gut gefallen. So lasse ich mir gern Geschichten erzählen und ganz besonders dann, wenn sie aus der Feder von Henning Mankell stammen.  Und wieder  hat er bewiesen, dass nicht nur sein Kommissar Wallander Hauptakteur eines Krimis sein muss um Spannung zu garantieren.

Zum Inhalt: Brigita Roslin ist Richterin in Schweden und es kriselt in ihrer Ehe, ihr Mann ist gerade dabei auszuziehen. In dieses private Dilemma platzt eine Radiomeldung, die die Richterin erschauern lässt: In Hesjövallen, einem kleinen schwedischen Provinznest ist eine grausame Bluttat verübt worden. 19 Menschenwurden getötet und vom Täter regelrecht zerstückelt.  Brigittas Familie lebt in dem kleinen Ort und sie macht sich sofort auf den Weg dorthin. Bei  der örtlichen Polizei erfährt sie, dass ihre ganze Familie zu den Opfern gehört.  Sie wird um Mithilfe bei der Tatortbesichtigung gebeten und dabei stellt sie fest, das  zwei Bilder auf einer Kommode fehlen. Es waren zwei Bilder von Birgittas Hochzeit, die der Täter anscheinend mitgenommen hat. Die Polizei vermutet, dass er nun hinter Birgitta und ihrem Mann  her ist, da sie die einzigen Überlebenden aus der Familie sind.

Aus alten Briefen, die sie in der Wohnung ihrer Eltern findet, erfährt sie von Familienangehörigen, die in Nevada in Amerika leben. Sie ruft bei der dortigen Polizeistation an und muss erfahren, dass auch in Amerika ein Massaker stattgefunden hat und alle Familienmitglieder getötet worden sind.

Eine der Leichen in Schweden hatte ein rotes Band in der Hand, welches aus einem nahen China-Restaurant stammt. Die Ermittlungen ergeben, dass ein Chinese  aus Kanton der Täter sein könnte.  Birgitta macht sich auf die Suche nach diesem Mann und ihre Spur führt sie nach China, wo sie ihn aufspürt und dann selbst in höchste Lebensgefahr gerät.  Der Mann scheint nur auf Rache und Vergeltung aus zu sein, doch warum? Ich verrate die Auflösung hier nicht.

Der Chinese” ist so ein spannendes  Hörspiel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte und für  besonders für Fans von Henning Mankell, mal eine andere Art  einen Krimi präsentiert zu bekommen.

Hörprobe Der Chinese

 

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Irgendwo in Kanada zieht ein junger Mann mit Namen Viktor in die vierte Etage eines Miethauses.  Dabei lernt er auch gleich einige seiner Nachbarn kennen: Spencer, ein immer lächelnder junger Mann , der seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt und die Kellnerin Louise.

Alle drei Typen an sich haben irgendwie eine „Macke“:

Louise ist eine Katzennärrin und hat eine etwas sehr merkwürdige Beziehung zu ihren zwei besonders schönen Katzen und zu Katzen an sich.

Spencer, der ja nach einem Autounfall, bei dem  seine Frau zu Tode gekommen ist, im Rollstuhl sitzt, hat ein dunkles Geheimnis und er hat in seiner Wohnung mehrere außergewöhnliche Aquarien.

Viktor, der Neuankömmling ist unheimlich nervös und redet deswegen auch viel  und manchmal reimt er sich einfach so Dinge zusammen, so erzählt er schon nach kurzer Zeit seinem Bruder, dass er mit Louise verlobt ist, wovon die aber noch gar nichts weiß

Der Zuschauer erfährt dann durch Gespräche und Zeitungsartikeleinblendungen, dass in der näheren Umgebung ein Mörder und Vergewaltiger sein Unwesen treibt.  Louises  Arbeitskollegin scheint diesem zum Opfer gefallen zu sein und die Polizei fängt an zu ermitteln.

In dem Mietshaus wohnt auch eine Katzenhasserin, die die beiden Katzen von Louise scheinbar  vergiftet hat und Louise schmiedet böse Rachepläne gegen diese Frau. Doch kurze Zeit später ist die Frau tot und alles deutet auf den Serienmörder hin.

Einige Tage später wird Spencer von Viktor beobachtet, als der ganz munter die Feuertreppe herunter steigt und scheinbar  über Nacht von seiner Behinderung genesen zu sein scheint.

Spencer fühlt sich von Viktor seines Geheimnisses beraubt und schmiedet mit Hilfe von Louise den Plan Viktor zu töten.  Wie die Sache ausgeht, sollte sich jeder selbst ansehen…

Good Neighbours” ist ein bitterböser Film mit Schockelementen und ganz wenig Blut (sollte ein Scherz sein!!!).  Er ist mit tollen Schauspielern besetzt und die Musik im Film von Lanan Adcock ist wirklich hörenswert.  Mir hat der Film sehr gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen, Gänsehaut garantiert.

 

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Schauplatz des Verbrechens ist die Lüneburger Heide, wo es auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Briten zu einem Mord kommt. Doch von Anfang an: Fünf Freunde treffen sich in regelmäßigen Abständen zu einer Jagdausflug. Sie wohnen alle bei ihrem Freund Jasper von Fieberg, dem ein Jagdhaus gehört.  Michael Sobottka kommt zu spät zum Treffen und will noch ganz schnell zum Hochsitz um beim Jagen nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Jasper bringt hin zur Liebeslaube, wie der Hochsitz auch in Jägerkreisen genannt wird und fährt dann wieder nach Hause. Michael Sobottka will gerade seine Position einnehmen, als er tödlich von einer Kugel getroffen wird. Sein Freund Jasper findet ihn dann später, als er ihn wieder abholen will, tot auf und informiert die Polizei.

Kriminalhauptkommissar Robert Mendelski von der Kripo in Celle kommt gerade aus einem sonnigen Urlaub wieder und wird von seiner Kollegin Maike Schnur auf dem Flughafen von Hannover abgefangen um mit ihm gleich zum Tatort zu fahren. Sie schaffen es noch gerade den Tatort und den Toten in Augenschein zu nehmen, als ein kräftiger Schneesturm alles lahm legt und so müssen sie die Gastfreundschaft von Jasper von Fieberg in Anspruch nehmen. So können sie gleich mit den Ermittlungen und Befragungen der anderen Jagdteilnehmer beginnen. Die Befragungen der Freunde ergeben keinen Hinweis darauf, warum Sobottka erschossen wurde und da die Gewehre erst einmal vom Kommissar  unter Verschluss gehalten werden, werden die Jäger ungeduldig und eine angespannte Atmosphäre liegt in der Luft. Dann passiert ein weiterer Mord. Gerade als Mendelski und Schnur eine heiße Spur haben und jemanden verdächtigen, wird dieser ebenfalls getötet. Langsam gehen dem Kommissar die Verdächtigen aus.

Durch die Ermittlungen im privaten Umkreis der fünf  führt eine Spur nach Dänemark, wo sich ein Selbstmord ereignet hat. Und was der nun mit den Toten in der Lüneburger Heide zu tun hat, das will ich hier nicht verraten, denn dieses Hörbuch ist es wirklich wert angehört zu werden.

Der Autor von „Der Schwanenhals“ ist hauptberuflich Förster und hat hier einen tollen Krimi geschrieben, der von Boris Aljanovic (Tatortkommissar aus Berlin) ganz klasse vorgetragen wird.  Da der ganze Krimi im Jägermilieu spielt, bekommt der Hörer auch einiges aus der Fachsprache mit und erfährt, dass ein Schwanenhals auch eine Falle für z.B. Marder ist. Da hier nicht zur geschossen wird, sondern auch auf andere Weise gemordet wird, verrät der Titel nun auch eines der Mordwerkzeuge des Täters, was nicht ganz alltäglich ist. Ein sehr hörenswerter und auch beachtenswerter Krimi, dem hoffentlich noch weitere folgen werden.

 

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