Volker Klüpfel und Michael Kobr: Schutzpatron – Kluftingers neuer Fall

3 September 2011 · Hardcover,Hörbuch,Krimikomödie · 0 Kommentare

Kluepfel-Kobr - Schutzpatron

Der neue Fall für Kultkommissar Kluftinger beginnt mit einer Rückschau in die Vergangenheit. 30 Jahre vor Beginn der gegenwärtigen Handlung findet ein Spaziergänger durch einen Sturz in einen versteckten Stollen am Fuße der Burg Altusried den bis dahin nur als Legende existenten Burgschatz mit den Reliquien des heiligen St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus. Der Mann schafft es, sich aus eigener Kraft aus dem dunklen Versteck des Schatzes zu befreien und begibt sich daraufhin zur Polizeidienststelle, wo ein junger Beamter gerade seinen Dienst angetreten hat. Diesem jungen Beamten – in dem der Leser alsbald den junger Kommissar Kluftinger erkennt – überbringt der sich als Autohändler vorstellende Mann nicht nur Teile des Schatzes, sondern übergibt ihm nach kurzem Handeln auch die Schlüssel für einen nagelneuen VW Passat – Kluftingers von da an über alles geliebten Wagen.

In der Gegenwart angekommen muss sich Kluftinger nicht nur mit der von ihm vollkommen verschwitzten Verbeamtung seiner Sekretärin herumärgern, sondern auch mit dem plötzlichen Verschwinden seines nunmehr 30 Jahre alten Wagens. Damit jedoch nicht genug. Er und seine Kollegen müssen zum einen den Mord an einer alten Dame aufklären und zum anderen auf Anordnung des Polizeipräsidenten die Ausstellung des 30 Jahre nach seinem Fund nach Altusried zurückkehrenden Burgschatzes überwachen. Dass der Tod der alten Dame mit dem groß angelegten Raubzug eines in Verbrecherkreisen nur als „Schutzpatron“ bekannten Meisterdiebes und seiner Kumpanen zu tun hat, welcher Altusried um seinen Burgschatz erleichtern möchte , ahnt Kluftinger zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er ärgert sich zunächst einmal mit seiner vorschnellen Aussage gegenüber dem Polizeipräsidenten herum, ein guter Golfer zu sein. Dieser meldet ihn prompt zu einen Benefitzgolfturnier an, was auch noch Kluftingers „besten“ Freund Dr. Langhammer auf den Plan ruft. Während Kluftinger mit ihm virtuell für sein Vorhaben trainiert kommt der Schutzpatron seinem Ansinnen, den Burgschatz zu stehlen, immer näher. Als der Kommissar schließlich Wind von dem geplanten Verbrechen bekommt führt ihn nicht nur eine unfreiwillige Dienstreise nach Wien in ein gemeinsames Hotelzimmer mit seinem nervenden Kollegen Meier, sondern auch die Ermangelung seines geliebten Wagens zu der erstaunlich freudigen Bekanntschaft mit einem rosafarbenen Smart.

Das Duo Klüpfel/ Kobr hat sich mit seinem neuen Fall für Kommissar Kluftinger wieder einmal selbst übertroffen. Die Geschichte ist einerseits äußerst spannend und mit viel Liebe zum Detail erzählt, zum anderen liegt man bei einer ganzen Reihe von humorigen Passagen buchstäblich unter dem Tisch vor Lachen. Auf die Verfilmung dieses Falles kann man jetzt schon gespannt sein. Einerseits, um zu erfahren, ob der raffiniert eingefädelte Coup des Schutzpatrons tatsächlich gelingt und zum anderen, um Kluftiger beim Golfen und beim Smart fahren erleben zu können. Nachdem mich Kluftingers letzter Fall „Rauhnacht“ ein bisschen zu sehr an Agatha Christie erinnerte ist „Schutzpatron“ nun ein absolut großartiger Nachfolger geworden, den man allen „Klufti“-Fans ohnehin, aber auch allen anderen Liebhabern von Krimikomödien wärmstens ans Herz legen kann. Die bei Hörbuch Hamburg erschienene Hörbuchfassung des bei Piper veröffentlichten Romans wurde von den beiden Autoren überdies wieder in wunderbarer Allgäuer Mundart und mit absolutem satirisch-schauspielerischen Können eingelesen.

Leseprobe “Schutzpatron”

Hörprobe “Schutzpatron”